Jubiläumsfeier "60 Jahre FES" - Die Offenbach-Post berichtet:

 

Friedrich-Ebert-Schule feiert 60-jähriges Bestehen

„Alles richtig gemacht“

Ganz harmlos, als „flotte Engelstimmen“, kurz FES, angekündigt, gaben die Pädagogen eine Kostprobe, wie Schulgemeinde funktioniert. Ein anderes Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern spiegelte das Moderationsduo mit Saskia Klein und Jona von Puttkamer aus der 9aR wider, die charmant durchs Programm führten.

Schulleiter Dominic Russ kramte in der Chronik: Zwei Millionen Mark kostete der Neubau, der Ostern 1959 mit 601 Schülern an den Start ging. Damals war es eine Volks-, Mittel- und Sonderschule, heute werden 715 Haupt- und Realschüler von 50 Lehrern unterrichtet. Zum Schuljahr 1962/63 öffnete die erste Förderstufe im Kreis, 1967 lief der erste deutsch-französische Schüleraustausch, der „bis heute überlebt“ hat.

 

Als der Schulkiosk 400 Flaschen Milch und Kakao verkaufte, wusste man noch nicht, wie Laktoseintoleranz geschrieben wird. Russ forderte, „sich Stärken bewusst zu werden, sich sozial zu engagieren und für andere Kulturen zu interessieren“. Sein Dank galt den Lehrern, Sekretärinnen, dem Hausmeister, und den Förderern sowie Kooperationspartnern, die „Vertrauen in unsere Arbeit, in die Schulentwicklung einbringen“. Und allen Schülern „die sich über den Unterricht hinaus für die Gemeinschaft engagieren“. Auch die Schulsprecherinnen Lillie Krüger und Emily Chiaramonte haben erkannt, „diese Schule ist die coolste“. Es dauere halt immer, bis Jugendliche „verstehen, dass wir nicht für Lehrer, Eltern oder den Staat lernen, sondern für uns selbst“. Oft haben sie „keinen Bock, obwohl das unsere Zukunft ist“, erklärten sie, dass „wir unsere Probleme manchmal selbst nicht verstehen“. Sie wünschten der FES: „Happy Birthday, bleib’ noch ein paar Jahre stehen, wir brauchen dich“.

Die 10bR berichtete in Bildern von ihrem Besuch im Elternhaus des Namensgebers, Friedrich Ebert, in Heidelberg. Er war eines von neun Kindern, die Familie wohnte auf 45 Quadratmetern in geteilten Betten und mit „Katzenwäsche“. Ebert absolvierte eine Sattlerlehre, betrieb eine Gaststätte und arbeitete als Journalist, bevor er 1918 erster Reichspräsident der Weimarer Republik wurde. Er starb nach einer Blinddarmentzündung am 28. Februar 1925 im Alter von 54 Jahren.

 

Landrat Oliver Quilling vertraute der Architektur, ermutigte die Schüler, „lasst’s krachen“. Als die FES in den Jahren der „Baby-Boomer“ öffnete, war klar, dass die Kapazität nicht lange ausreichen würde. Bald standen acht Pavillons, auch auf dem Gelände des heutigen Gymnasiums. Die Schülerzahl entwickle sich weiter hervorragend, zeige, dass das Team mit Pädagogen, engagierten Eltern und Schülern „alles richtig gemacht“ habe. Quilling kündigte im Zuge des Digitalpakts die hundertprozentige Ausstattung von 1300 Klassenzimmern im Kreis mit WLAN sowie den Ausbau der Ganztagsbetreuung an.

Schulamtsdirektor Volker Käpernick blickte zurück auf die Zeit, als Lehrer nur in Anzug und Schlips unterrichteten, erwähnte die Auszeichnungen für Berufsorientierung in Mathe und Englisch, den praxis- und handlungsorientierten Unterricht sowie die sozialen Aktionen, „ganz im Sinne Eberts“. Bereits bei der Einschulung der 129 Fünftklässler bemerkte der Dezernent die Willkommensatmosphäre.

 

„Demokratie braucht Demokraten“, zitierte Bürgermeister Daniel Tybussek schließlich Friedrich Ebert. Die Schule sei ein „wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und positiver Wohnort-Faktor“.