Schulhund - AG

Seit dem Schuljahr 2018/2019 hat die Friedrich-Ebert-Schule eine Schulhündin.

Ihr Name ist Becs und sie ist die fünf Jahre alte Border Collie-Hündin von Herrn Hirvonen.

 

Doch was ist überhaupt ein Schulhund?

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass hundgestützte Pädagogik der „systematische Einsatz von ausgebildeten Hunden in der Schule zur Verbesserung der Lernatmosphäre und individueller Leistungsfähigkeit sowie des Sozialverhaltens der Schüler“ ist.

 

Das klingt jetzt erst einmal sehr vage. Aber tatsächlich ist es so, dass Hunde auf vielfältige Weise als Co-Pädagoge den Lehrer bei seinem Erziehungs- und Bildungsauftrag unterstützen können. Der Umfang und die Inhalte des hundgestützten Unterrichts variieren dabei von der reinen Anwesenheit des Hundes in der Schule bis hin zur aktiven Teilnahme am Unterricht. Die Forschung zeigt auch, dass die alleinige Anwesenheit des Hundes im Unterricht positive psychische, physische und soziale Ergebnisse erzielen kann.

 

Meist ist Becs, die Herrn Hirvonen in der Regel dreimal in der Woche in seinen Unterricht begleitet, lediglich im Unterricht anwesend und liegt auf ihrer Decke oder läuft durch den Raum. Durch ihr Dasein wird allerdings eine entspannte Unterrichtsatmosphäre erzeugt und die Schülerinnen und Schüler freuen sich sie in ihrer Nähe zu haben. Sie begreifen, dass bei Anwesenheit von Becs ein gewisser Geräuschpegel nicht überschritten werden darf. Sie ermahnen sich gegenseitig, wenn es zu laut wird und zeigen deutlich, dass es ihnen wichtig ist, dass Becs weiterhin ihren Unterricht begleitet. Der geringere Geräuschpegel wiederum wirkt sich positiv auf den Arbeitsprozess und die Konzentrationsfähigkeit der Lerngruppen aus. Darüber hinaus lernen die Kinder ein Stück Verantwortungsbewusstsein kennen, z.B. indem sie  Teile der Verantwortung bei der Versorgung übernehmen, beispielsweise den Wassernapf auffüllen oder die Hundedecke bereitlegen. Auch wird ihnen ein respektvoller und artgerechter Umgang mit Tieren näher gebracht. Einige Schülerinnen und Schüler, die Hunden eher ängstlich begegnet sind, haben durch Becs ruhige und freudige Art sogar ihre Angst verloren und können Hunden nun besser begegnen.

 

All diese Aspekte werden in der einmal wöchentlich stattfindenden Hunde-AG von Herrn Hirvonen weiter vertieft. Hier wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zwischen 11 und 16 Jahren alt sind, theoretisches und praktisches Wissen im Umgang mit Hunden näher gebracht. Nachdem auch hier, wie zuvor in jeder Klasse, in der Becs anwesend ist, ein gemeinsamer Regelkatalog im Umgang mit Becs erstellt worden ist, haben die Schülerinnen und Schüler damit begonnen mit ihr Tricks einzuüben und erfahren, worauf es in der Hundeerziehung ankommt. Essentiell ist es, dass sie erkennen, wie vielseitig das Leben mit einem Hund sein kann und welche Aspekte vor dem Anschaffen eines Hundes überhaupt berücksichtigt werden müssen.

 

Im Grunde gestaltet sich die AG von Woche zu Woche unterschiedlich. Regelmäßig jedoch sind kleine Spaziergänge und Spieleinheiten mit Becs. Die Kinder lernen nicht nur, worauf sie achten müssen, wenn sie mit einem Hund im Straßenverkehr unterwegs sind, sondern auch, wie sie mit Hunden umgehen müssen, damit eine intensive Bindung zwischen Mensch und Hund entsteht. Wichtig ist hierbei, dass sie mit Freude lernen die Sprache der Hunde und ihre Eigenschaften verstehen. Anhand von Bildern wird ihnen beispielsweise gezeigt, wann ein Hund beispielsweise angriffslustig oder eher ängstlich drohend wirkt – etwas, das auf den ersten Blick vielleicht ähnlich wirken kann. Auch wird sich in der AG durch Kurzpräsentationen mit unterschiedlichen Hunderassen und ihrem jeweiligen Einsatz im Berufsleben beschäftigt.